HERR, du kennst all mein Begehren,
und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
Psalm 38, 10

Dieser Vers steht in der Mitte eines Psalms von David. „Dritter Bußpsalm“ steht in meiner Luther-Übersetzung über dem Text, und „Zum Gedenk-Opfer“.  Wenn ich den gesamten Text lese – und das empfehle ich dir auch – kommt mir der Verdacht, dass David diesen Psalm geschrieben hat, nachdem er die Affäre mit Batseba hatte und danach ihren Mann umbringen ließ, weil Batseba von David schwanger war. Diese Last seiner Schuld macht ihn richtig fertig. Trotzdem fühlt er sich nicht von Gott verlassen: „…mein Seufzen ist dir nicht verborgen“, sagt er. In Vers 19 kommt er zu dem Entschluss: „So bekenne ich denn meine Missetat und sorge mich wegen meiner Sünde.“ Er weiß, was er getan hat, er leidet unter den Folgen; er bekennt sich schuldig und bittet um Hilfe, und dass Gott ihn nicht verlassen möge. Er weiß also, dass Sünde ihn von Gott trennt. Er akzeptiert seine Strafe… und hofft….

Damals war Jesus noch nicht gekommen, um diese und alle Strafen auf sich zu nehmen. Wir haben es heute viel besser als David. Wenn wir uns schuldig bekennen und die Vergebung von Jesus als geschenkt annehmen, sind wir frei von Schuld und Strafe! Und noch mehr: Es ist nicht die eiserne Faust Gottes, die uns in die Buße treibt, sondern seine Güte. Das habe ich neulich im Gottesdienst erlebt: Während der Gebetszeit sagte Jesus zu mir (und ich konnte die Worte ganz deutlich in meinen Gedanken vernehmen): „Möchtest Du Buße tun?“ Innerlich perplex antwortete ich ebenfalls in meinen Gedanken: „Meinst du, dass das nötig ist?“ Anstatt einer Antwort sah ich ihn freundlich, aber ernst nicken. Ich bin quasi seinem Charme erlegen. Ich will tun, was er gesagt hat, weil er recht hat und weil es gut für mich ist, und weil ich seine Liebe gespürt habe, seine Fürsorge für mich. Ich will, dass er seine Ideen in meinem Leben umsetzen kann. Und wenn da Schuld im Weg ist, muss sie weg. Weil ich spüre, dass es Jesus wirklich ernst damit ist, werde ich mir eine Seelsorgerin suchen und Dinge, die er zeigt, beim
Namen nennen. Und nicht nur das, ich werde umkehren und umdenken, denn das heißt Buße. Ich will keine billige Gnade, denn der Preis, den ER für mich gezahlt hat, ist extrem hoch!

Vielleicht fragt Jesus dich auch, ob du Buße tun (umkehren) möchtest. Am 23. November ist wieder Buß- und Bettag, aber so lange brauchst du nicht zu warten.

Von Marion R.